
Ratgeber · Websites
WordPress oder Drupal? Eine ehrliche Entscheidungshilfe
Kurz gesagt
WordPress ist die gute Wahl für Websites mit überschaubarer Struktur und einer kleinen Redaktion. Drupal spielt seine Stärken aus, sobald viele Inhalte, viele Redakteurinnen und Redakteure, mehrere Sprachen oder feine Rechte ins Spiel kommen. Beide sind ausgereift, quelloffen und sicher, wenn sie gepflegt werden. Wir betreuen beides, etwa Drupal für den Deutschen Naturschutzring und INKOTA, WordPress für SOS Humanity, und können deshalb ohne Verkaufsinteresse sagen, wann was passt.
WordPress
Schnell gestartet, viele Erweiterungen
- Schneller Start: Eine Website mit Startseite, Leistungen, Blog und Kontakt ist in kurzer Zeit aufgesetzt.
- Einfache Bedienung: Der Block-Editor ist für viele Redaktionen sofort verständlich.
- Großes Angebot: Für fast jede Funktion gibt es ein fertiges Plugin.
- Viele Dienstleister: Wer WordPress kennt, ist leicht zu finden.
Die Kehrseite: Jedes Plugin bringt eigene Updates, eigene Sicherheitslücken und eigene Vorstellungen davon, wie Daten gespeichert werden. Über die Jahre wird eine WordPress-Seite dadurch oft schwerer zu pflegen, als sie am Anfang aussah.
Drupal
Strukturen, Rechte und Sprachen
- Strukturierte Inhalte: Inhaltstypen mit eigenen Feldern, die sich filtern, verknüpfen und wiederverwenden lassen.
- Rollen und Rechte: Wer darf anlegen, freigeben, veröffentlichen? Fein geregelt, auch für viele Redaktionen und Mitgliederbereiche.
- Mehrsprachigkeit: im Kern eingebaut, nicht nachgerüstet.
- Headless: Beim Deutschen Naturschutzring pflegt die Redaktion in Drupal, die Website selbst baut Next.js.
- Planbare Versionen: Drupal 10 bekommt bis zum 9. Dezember 2026 Sicherheitsupdates, danach ist Drupal 11 die Wahl.
Die Kehrseite: Drupal braucht mehr Planung am Anfang. Sonst verschenkt man genau die Stärken, für die man es gewählt hat.
Entscheidungshilfe
Sechs Fragen, eine Richtung
| Frage | Eher WordPress | Eher Drupal |
|---|---|---|
| Wie viele Leute pflegen Inhalte? | eine Handvoll | viele, mit unterschiedlichen Rechten |
| Wie verschieden sind die Inhalte? | Seiten und Beiträge | viele Inhaltstypen mit eigenen Feldern |
| Mehrere Sprachen? | eine, vielleicht zwei | mehrere, mit Übersetzungsabläufen |
| Anbindung anderer Systeme? | wenige, über Plugins | viele, über eigene Schnittstellen |
| Eigenes Frontend (Headless)? | selten | oft |
| Wie lange soll die Seite laufen? | ein paar Jahre | viele Jahre, mit Weiterentwicklung |
Sicherheit und Betrieb
Unsicher wird es, wenn Updates liegen bleiben
Weder WordPress noch Drupal ist von sich aus unsicher. Bei WordPress betrifft das Risiko vor allem Plugins und Themes, bei Drupal Module und den Versionswechsel alle paar Jahre.
In beiden Fällen gilt: Updates zuerst auf einer Testumgebung einspielen, Backups haben, Ausfälle überwachen. Wie das bei uns aussieht, steht unter WordPress-Wartung und Drupal-Wartung.
Kosten
Über fünf Jahre rechnen, nicht nur den Start
Der Start mit WordPress ist oft günstiger. Über mehrere Jahre gleicht sich das häufig an: Plugin-Lizenzen, Konflikte nach Updates und Umbauten, weil eine Erweiterung nicht mehr gepflegt wird, kosten ebenfalls.
Bei Drupal ist der Anfang aufwendiger, dafür wächst die Seite meist ruhiger mit. Rechne deshalb nicht nur das Projekt, sondern auch Wartung und Weiterentwicklung für die nächsten Jahre.
Und wenn die Seite schon läuft?
Erst prüfen, dann umziehen
Ein Wechsel lohnt sich nur, wenn das bestehende System dich wirklich ausbremst. Oft hilft schon eine Bestandsaufnahme: Was ist veraltet, was ist unsicher, was lässt sich aufräumen? Dafür gibt es den Software-Check.
Steht der Umzug fest, beschreibt Migration nach Drupal, wie er abläuft.
Unsicher?
Was passt zu deinem Vorhaben?
In 30 Minuten klären wir es gemeinsam, kostenlos und ehrlich, auch wenn die Antwort WordPress heißt.